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20 Jahre Medizinische Dokumentation

[30.09.2013] Die Berufliche Schule an der Universitätsmedizin Greifswald besteht seit 1951. Sowohl die Ausbildungsrichtung Logopädie als auch die der Medizinischen Dokumentation wurden 20 Jahre alt. Viele ehemalige Absolventen, Lehrer und Dozenten haben das am 21.09.2013 gefeiert.

Wir gratulieren ganz herzlich zum Jubiläum.

Unser Geschäftsführer Dr. Frank Heydenreich ist von Anfang an dabei und bildet angehende Medizinische Dokumentare im Fach Medizinische Dokumentation aus.

Fragen an Dr. Frank Heydenreich


  • Herr Dr. Heydenreich, als Sie 1993 die Lehrtätigkeit an der Berufsschule übernahmen, waren Sie Leiter des Bereiches Krankenhausinformatik im Universitätsklinikum Greifswald und verantwortlich für die Einführung und Betreuung des Krankenhausinformationssystems. Wie kam es zu Ihrer Lehrtätigkeit?
Herr Prof. Biebler, Leiter des Instituts für Biometrie und Medizinische Informatik und Initiator der neuen Fachrichtung Medizinische Dokumentation, sprach mich an, ob ich nicht am Aufbau der Fachrichtung mitarbeiten wolle und das Fach Medizinische Dokumentation übernehmen würde. Da ich sowohl praktische Erfahrungen als auch das notwendige theoretische Wissen besaß und mir das Unterrichten schon immer Freude gemacht hat, wagte ich einen Versuch - ein Versuch, der heute noch anhält.

  • Die Medizinische Dokumentation bildet die Basis sowohl für eine qualitätsgesicherte Patientenversorgung als auch für die wirtschaftliche Existenz der Versorgungseinrichtung. Was sind die Schwerpunkte Ihres Faches?
Medizinische Aufzeichnungen gibt es, seitdem Ärzte ihre Patienten behandeln, und die Konzepte für das, was wir heute tun, sind oft nicht neu. Z.B. stammt die strukturierte medizinische Basisdokumentation aus den 50ziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die schon damals genannten Merkmale sind heute Grundlage für die Ermittlung der diagnosebezogenen Fallgruppen, der DRGs, und damit Hauptinstrument für die Abrechnung stationärer Fälle. Ich unterrichte einerseits diese Grundlagen und andererseits natürlich deren zeitgemäße Nutzung. Nach einem Überblick zur Dokumentation sind das vor allem Themen wie Dokumentation im Krankenhaus, Datenschutzgesetzgebung und Patientendatenschutz, Patientenakten - klassisch und elektronisch - sowie deren Archivierung, medizinische Klassifikationen, DRG-Ermittlung und DRG-Fallpauschalen, medizinische Dokumentation zur Qualitätssicherung und im Qualitätsmanagement. Es ist wichtig, dass wir den zukünftigen Medizinischen Dokumentaren ein breites Wissen vermitteln.

  • Sie engagieren sich auch im Bereich Telemedizin. So waren Sie beispielsweise 10 Jahre Vorstandsvorsitzender des CAT Centrum für Angewandte Telemedizin Mecklenburg-Vorpommern e.V.. Hat der Bereich Telemedizin heute eine größere Bedeutung bekommen?
Die Medizinische Dokumentation ist ein spannendes Feld, das ständig in Bewegung ist und neue Impulse bekommt. Obwohl die grundlegenden Konzepte gleich geblieben sind, haben sich Technologien und Anwendungen geändert. Der Bereich Telemedizin hat im Laufe der Jahre eine immer größere Bedeutung bekommen. Heute nehmen ein Überblick über telemedizinische Verfahren und die daraus folgenden neuen Anforderungen, z.B. an sichere Kommunikation und Schnittstellen, einen festen Platz in meinem Unterrichtsstoff ein.
Krankenhäuser und auch ambulante Ärzte betrachten telemedizinische Anwendungen zunehmend als einen wichtigen Faktor für den Erhalt und die Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Der Trend geht hin zur einrichtungsübergreifenden Dokumentation - auch über Sektorengrenzen hinweg. Auch dabei sind Medizinische Dokumentare gefragt.

  • Sie haben eine eigene Software-Firma gegründet. Die dr.heydenreich GmbH gibt es nun schon seit 14 Jahren. Spielt die Medizinische Dokumentation auch hier eine entscheidende Rolle?
Die Medizinische Dokumentation war sogar Ausgangspunkt für die Firmengründung. Nach wie vor stehen die medizinische und die pflegerische Dokumentation im Mittelpunkt vieler unserer Projekte. So haben wir beispielsweise den Elektronischen Behandlungskalender für Epilepsiepatienten EPI-Vista in Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen Desitin umgesetzt. Sehr erfolgreich ist eine Pflegedokumentation, die in Zusammenarbeit mit der GODO Systems GmbH entstanden ist.

  • Woran arbeiten Sie aktuell?
Gegenwärtig arbeiten wir an mehreren neuen Projekten dieser Art. Z.B. entwickeln wir mit Partnern ein komplexes Anwendungssystem zur Unterstützung von ambulanten Behandlungsprozessen. Ein sehr interessantes Projekt, von dem wir sicher noch berichten werden. Bei den anderen Projekten handelt es sich wieder um web-orientierte medizinische Dokumentationen und Patiententagebücher.

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